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Kinder,  Kinderyoga,  Meditation und Entspannung

Entspannte Kinder

Heutzutage kann die Kindheit ganz schön stressig sein. Kinder werden durch den Alltag gejagt, die Erwachsenen erwarten, dass sie ständig kooperieren und bloß nicht aus der Reihe tanzen (nicht in der Straßenbahn schreien, draußen nicht weglaufen und so weiter).

Am Ende des Tages sind die Kinder oft erschöpft, unausgeglichen und unruhig. Das sehe ich bei meinen Mädels. Was hilft? Es gibt ein paar Werkzeuge, die ich mit Dir teilen möchte. Über die Meditation mit Kindern habe ich bereits in einem Beitrag geschrieben. Heute möchte ich andere Techniken vorstellen.

Chakren Wolke

Inspiriert von spiritual_nomade (die übrigens tolle Workshops für Kinder macht: https://www.spiritualnomade.com) habe ich eine Chakren Wolke gebastelt. Es geht ganz einfach: Du schneidest sieben kleine Streifen in den sieben Farben unserer Chakren, klebst sie auf eine Wolke und schreibst folgende Sätze darauf:

Rot – Ich habe

Orange – Ich fühle

Gelb – Ich kann

Grün – Ich liebe

Hellblau – Ich sage

Dunkelblau – Ich sehe

Lila – Ich bin

Jeder kann diese Sätze für sich beenden, Du kannst sie zusammen mit Deinem Kind ergänzen. Bei uns zu Hause hängt die Wolke am Kühlschrank und manchmal, wenn wir am Tisch sitzen, machen wir eine „Wolkenrunde“. Jeder ergänzt der Reihe nach laut die Sätze. Dabei schenken wir uns eine Runde ungeteilte Aufmerksamkeit, erfahren, wie sich der andere fühlt und kommen ins achtsame Gespräch. Die Kinder und Erwachsenen haben dabei die Möglichkeit, in sich zu horchen, eine Pause zu machen. Wenn Du denkst, dass Dein Kind zu klein ist – keine Sorge. Meine fünfjährige Tochter mag die Wolke sehr und die Kleine (2,5) ergänzt die Frage: „Ich bin…“ mit „Teresa Becker“. Es ist auch toll!

Musik

Entspannungsmusik gibt es jede Menge. Probiere aus, was bei euch so klappt. Meine Kinder mögen keine Waldgeräusche und Meeresrauschen, genießen allerdings, wenn ich ein Mantra singe. Es reicht schon, wenn Mantren im Hintergrund laufen, damit die Stimmung besser wird. Ich empfehle Dir Edo & Jo. Sie sind leicht auf YouTube und Spotify zu finden und bieten schöne Mantren modern arrangiert.

Massage

Rückenmassage verbunden mit einer schönen Geschichte – das ist das, was Kinder lieben und was bei meinen Kinderyogastunden nicht fehlen darf. Wir sitzen im engen Kreis und drehen uns alle in eine Richtung, so dass jedes Kind massieren kann und auch massiert wird. Manchmal suchen sich die Kinder ein Thema aus und die Massage beginnt. Am einfachsten sind die Themen „Wetterkarte“ und „Kuchen backen“. Die Wetterkarte zum Beispiel geht so:

Hände aneinander reiben und auf den Rücken legen – „die Sonne geht auf“

Mit Fingerspitzen über den Rücken streichen – „die Sonne scheint“

Mit flachen Händen über den Rücken streichen – „der Wind kommt“

Mit Fingerspitzen auf den Rücken tippen – „es fängt an zu regnen“

Vorsichtig und langsam mit Fingerknöcheln gegen den Rücken drücken (nicht auf der Wirbelsäule) – „es regnet immer doller“

Mit Fingerspitzen über den Rücken streichen – „die Sonne scheint wieder“

Über den Rücken streicheln – „und auf dem Himmel ist ein Regenbogen zu sehen“

Wer sich mehr Inspiration wünscht, dem kann ich die Karten von Jutta Bläsius: „30 Streichelgeschichten“ empfehlen. Es gibt Massagen für Kopf und Gesicht, für den Rücken, für den ganzen Körper, Hände und Arme sowie Arme und Füße. Zu jeder Massagekarte gibt es ein Thema und eine Geschichte. Wenn Dir das zu viel ist, kannst Du Deinem Kind einfach einen Igelball geben und es kann sich selbst die Füße massieren. Oder ihr massiert euch gegenseitig den Rücken. Entspannung garantiert!

Entspannungsgeschichten

Auf dem Markt gibt es mittlerweile ein großes Angebot von Büchern mit Entspannungsgeschichten. Wir lesen momentan den zweiten Band von „Entspannende Geschichten“ von Marneta Viegas. In diesem Buch sind „Meditationen, in denen die Augenblicke der Stille mit phantastischen Imaginationen verbunden werden“ – so die Autorin.

Es gibt Geschichten, die Techniken wie progressive Muskelentspannung und autogenes Training anleiten. Ich mag auch kleine Affirmationen, wie „ich hole das Glück in mein Leben“.

Schnelles Mantra für zwischendurch

Schon Kindergartenkinder können sich dieses Mantra merken und auf eine Situation anpassen. Die Daumenspitzen berühren nacheinander die einzelnen Fingerspitzen, beginnend mit dem Zeigefinger. Dabei sagt man bei jeder Berührung ein Wort: „Ich – bin – ganz – ruhig“, „Ich – bin – ganz – stark“ oder „ich – bin – ganz – entspannt“. Meine Mädchen aus der Yoga AG sagen das Mantra vor den Klassenarbeiten und sind überzeugt, dass es hilft.

Wenn gar nichts funktioniert…

…funktioniert das Zaphir Klangspiel immer. Ich bin jedes Mal verwundert, wie meine kleine Tochter auf den Klang der Glocke reagiert. Abends, wenn sie mal weint und sich ärgert, weil sie zu müde ist, nehme ich das Klangspiel in die Hand und bewege es ganz langsam. Meine Kleine hört auf der Stelle auf zu weinen! Dann überreiche ich ihr die Glocke und lasse sie damit spielen. Danach ist alles gut.

Das Zaphir Klangspiel benutze ich auch in meinem Kinderyogaunterricht im Kindergarten und Hort am Ende der Stunde. Alle lieben es. 

Und wenn ich kein Klagspiel habe….

…Kontakt aufnehmen, Kuscheln, Aufmerksamkeit schenken, Augenkontakt halten und kuscheln, kuscheln, kuscheln.

Was ist mit Kinderyoga

Yoga für Kinder ist ein Wundermittel. Kinder, die regelmäßig praktizieren, sind nicht nur entspannter und schlafen besser. Kinderyoga fördert Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein sowie Konzentration und Körperwahrnehmung.

Ich werde nächsten Montag über unsere erprobten Kinderyoga-Übungen berichten. Besuche also meinen Blog, wenn Du mehr erfahren möchtest.